Auf dem L1 nach Brecia: Reintalangerhütte – Tillfussalm (Alpen 3)

Blick zurück in das Tal

Auf dem L1 nach Brecia: Reintalangerhütte – Tillfussalm (Alpen 3)

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Ein sonniger Morgen

Hinter uns lag eine harte Nach im Matratzenlager. Mindestens zwei ausgewachsene Kerle schnarchten so hart um die Wette das es unmöglich war wieder einzuschlafen wenn man einmal erwacht war. Und das nicht einmal mit guten Ohrstöpseln. Also zwangen wir unsere müden Knochen in den Waschraum für die Morgentoilette. Das kalte Wasser und der Uringeruch auf der Toilette ließ uns dann doch etwas schneller wach werden. Wir packten unsere Rucksäcke und liefen, erneut ohne Frühstück, los in Richtung Knorrhütte. Unser Tagesziel war die Tillfussalm die bereits in Österreich liegt. Wir hatten immer noch Obst und Müsliriegel dabei da verzichteten wir auf das teure Frühstück in der Hütte. Auf dem ersten Abschnitt ging es weiter im Tal immer an der Partnach entlang. Zum Ende hin verschwanden die Bäume und das Tal inmitten des Felsmassivs war zu sehen. Wir liefen durch große Kiesbänke auf eine der massive Felswände zu. Zuerst sah es aus als ob es gar keinen Weg geben würde doch dann war der schmale Pfad zu sehen. Es ging sehr steil bergauf und schon nach Kürze war unser Kreislauf in Schwung. Das perfekte Training nach einer harten Nacht. Nach einer Weile waren wir an der ersten wirklichen Erhöhung angekommen und wurden mit einem grandiosen Ausblick zurück in das Tal belohnt. Angestrahlt von der warmen Morgensonne lag dort unten die Partnach und die Reintalangerhütte und wir waren erstaunt wie schnell wir die Steigung überwunden hatten.

Mittag auf der Knorrhütte (2.051 m)

Nach zwei Stunden Wanderung mit zum Teil steilen Abschnitten erreichten wir die Knorrhütte. Die DAV Hütte ist Teil der Zugspitzrunde und dementsprechend ist dort auch immer viel los. Von der Hütte aus hat man einen schönen Blick auf die Zugspitze aber uns blieb der Blick auf Deutschlands höchsten Berg wieder einmal wegen dem dichten Nebel verwehrt. Wir gönnten uns eine warme Suppe und anschließend einen wohltuenderen Mittagsschlaf auf der Eckbank. Nach 30 Minuten standen wir auf, auch wenn wir noch gerne etwas liegen geblieben wären, und liefen weiter in Richtung der Deutsch-Österreichischen Grenze. Immerhin hatten wir noch 3 Stunden Gehzeit bis zu unserem Tagesziel. Über Felsen ging es auf einem schmalen Pfad in Richtung „Gatterl“ (2.024 m). Dort befindet sich die Grenze zu Österreich und man durchschreitet ein eisernes Tor. Daher auch der Name Gatterl denke ich. Wozu aber das Tor notwendig ist kann ich mir auch nicht ganz erklären. Nach der Grenze ging es auf österreichischem Boden weiter über das Feldern Jöchl (2.041 m) und 15 Minuten später über das Wannigjöchl (2.168 m).

Regen am Steinernen Hüttl (1.930 m)

In Österreich hatte sich das Wetter verschlechtert. Es wehte ein starker Wind und dunkle Wolken zogen am Himmel auf. Ab dem Wannigjöchl ging der Pfad bergab bis zum Steinernen Hüttl. Diese wirklich kleine Hütte beherbergt im Sommer einen Kuhhirten welcher auf die Kühe der Bauern im Tal achtet und sich an der Hütte durch den Verkauf von Getränken eine Kleinigkeit dazu verdient. Kurz vor der Hütte begann es zu regnen und wir nutzen dies für eine kleine Bierpause vor der Hütte. Es kamen vier weitere Wanderer und wir hatten eine kurze und eher Oberflächliche Unterhaltung. Die anderen Wanderer fanden die weibliche Aushilfe auf der Hütte wohl so charmant das sie beschlossen die Nacht auf der Hütte zu verbringen. Trotz leichtem Regen brachen wir auf und liefen weiter um unser Tagesziel, die Tillfussalm (1.382 m) zu erreichen. Wir durchquerte mehrere Kuhherden und sahen sogar einige Murmeltiere welche aus ihren Höhlen schauen. Nach 30 Minuten stoppte der Regen und nach Kürze trat sogar die Sonne wieder zum Vorschein.

Gutes Essen und einige Bier

Die Tillfussalm liegt auf 1.382 m und hat alles was eine Alm bietet. Es gibt eine gute Getränke- und Speisekarte und was das wichtigste ist: Sie hat einige wirklich komfortable Betten. Das Beste war jedoch die warme Dusche auf der Alm. Ich fühlte mich danach fast wie neu geboren. Die Pächterin machte uns Kaspressknödel mit Sauerkraut und Salat. Ein wirklich leckeres Gericht aus Österreich. Wenn man es noch nicht probiert hat sollte man das unbedingt einmal essen. Zu den Kaspressknödeln bestellten wir uns ein wohlverdientes Feierabendbier. Nach dem Essen kam eine andere 4-köpfige Wandergruppe und wir hatten eine wirklich tolle Unterhaltung mit einigen Bierchen. Ich zwang mich nach einiger Zeit ins Bett aber Matthias schaffte den Absprung leider nicht. Als ich auf dem Zimmer der Tillfussalm ins Bett fiel schlief ich wohl beim Berühren des Kopfkissens sofort ein. Ich hörte nicht einmal Matthias als er zu später Stunde ins Zimmer kam.

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Kategorie BLOG, REISEN

Nach einem langen Trip durch Asien begann ich in 2014 diesen Blog zu schreiben. Ich liebe das asiatische Essen und reise immer noch regelmäßig durch Asien. Auf diesem Blog teile ich meine Erfahrungen, Bilder und meine eigenen Rezepte mit Euch.

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