Aufwärmen: Anreise und erster Aufstieg (Alpen 1)

Ein erste Blick auf Garmisch Partenkirchen

Aufwärmen: Anreise und erster Aufstieg (Alpen 1)

Über den L1

Im Gegensatz zu vielen anderen Alpenüberquerungsrouten ist der L1 von Garmisch-Partenkirchen nach Brescia kein „klassisch etablierter“ Fernwanderweg mit durchgehend einheitlicher Markierung. Im Gegenteil! Hans Losse, welcher den L1 zuerst begangen hat, wählte die Wegführung bei seinen Planungen im Jahr 1989 so, dass sie nicht entlang von Straßen führt und vollkommen ohne Liftbenutzung oder Busse auskommt. Auf dem L1 tragen einen sprichwörtlich die eigenen Füße quer über die Alpen, was in unseren Augen ganz klar ein Vorteil ist. Die Strecke mit einer Länge von ca. 400 km führt über ca. 60.000 addierte Höhenmeter. Für die Begehung sind je nach Kondition ca. 26-30 Tagen zu veranschlagen.

Planungshilfen

Wer selbst einmal den L1 laufen möchte der findet auf den folgenden Seiten viele Nützliche Tipps, Routen und Wegbeschreibungen:
www.alpenquerung.info (Super Beschreibung, Bilder und GPX Daten des ganzen Treks.)
Route auf www.outdooractive.com (Kurze Beschreibung, GPX Daten und einige Bilder)

Anreise nach Garmisch

Unser gebuchter ICE startete pünktlich um 8:04 Uhr am Würzburger Hauptbahnhof in Richtung München. Dort wechselten wir die Züge und fuhren in einem Regional Express der Deutschen Bahn durch die herrliche vorralpine Landschaft bis nach Garmisch Partenkirchen. Dort wurden wir von strahlendem Sonnenschein begrüßt und waren gleich in Stimmung für den ersten kleinen Aufstieg. Doch zuerst deckten wir uns noch mit Proviant für die nächsten Tage ein. Die Verpflegung auf den Hütten ist zwar sehr gut aber auf Dauer auch sehr teuer. Und sparen will gelernt sein, das wissen wir nicht zuletzt seit unserem Trip nach Nepal sondern auch seit der 100-tägigen Reise durch Südostasien!

Nachdem das Wasser und einige Energieriegel in unseren Rucksäcken verstaut waren ging es los auf die eigentliche Strecke. Vom Bahnhof aus liefen wir am Olympia-Eissportzentrum und dem Wellenbad vorbei in Richtung Süden und wurden dabei immer noch von der strahlenden Sonne begleitet. Wir überquerten die Bahnschienen und liefen auf Feldwegen durch grüne Wiesen bis an den Waldrand. Dort wurde es etwas bewölkter und aufgrund der Bäume zusätzlich etwas schattiger. Am Waldrand erwartete uns auch gleich die erste Steigung und wir überholten auf dieser auch gleich die ersten beiden Wanderer. Wir passierten die Kochelberg Alm und kamen schließlich zum sehr schön gelegenen Bayern Haus wo wir uns aufgrund der kurzen ersten Etappe ein kühles Bier in der Sonne gönnten. Vor der leeren Hütte trafen wir auch die beiden Wanderer wieder welche wir zuvor überholt hatten. Schnell kamen wir mit dem sympathischen Pärchen ins Gespräch und liefen den letzten Abschnitt schließlich zusammen in Richtung Kreuzeckhaus.

Unfreiwillige Dusche und Ankunft am Kreuzeckhaus

Auf dem restlichen Abschnitt liefen wir zu viert stets bergauf und hatten dabei wirklich nette Gespräche. Der Himmel verdunkelte sich dabei immer mehr und es kam was kommen musste. Ein heftiger Platzregen beendete das sommerliche Wetter schlagartig und wir wussten das wir in den Bergen angekommen waren. Die Regenjacken und Rucksacküberzüge hielten den 1-stündigen Regen weitestgehend ab und so kamen wir vier zusammen mit den letzten Regentropfen am Kreuzeckhaus an. In der DAV Hütte hatten wir uns bereits einen Schlafplatz reserviert, was an diesem Tag jedoch nicht nötig gewesen wäre. Wir hängten unsere nassen Kleider in den Trockenraum und genossen die kurze aber zumindest warme Dusche.

Hüttenabend: Das erste Bergsteigeressen

Am Abend trafen wir uns mit den beiden Wanderern vom Nachmittag und machten Bekanntschaft mit dem ersten von vielen Bergsteigeressen. Das Bergsteigeressen ist eine relativ günstige, warme Mahlzeit für DAV Mitglieder, welche in unseren Augen mit dem Dal Bhat in Nepal verglichen werden kann. Man bekommt zwar keine Linsen sondern meistens ein einfaches Nudelgericht aber es schont den Geldbeutel auf Mehrtägigen Wanderungen. An diesem Abend gab es Schupfnudeln mit einer leckeren Pilzsauce. Definitiv ein Bergsteigeressen der besseren Qualität. Nach dem Abendessen gönnten wir uns noch zwei Bier und spielten Karten. Besser gesagt brachten wir unseren neuen Bekanntschaften das nepalesische Kartenspiel Dumbal bei. Ein Spiel das von Schnelligkeit geprägt ist und das einen unglaublich hohen Spaßfaktor hat. Nach einigen sehr lustigen Runden Dumbal fielen wir müde in unsere Betten und bereiteten uns mental auf den morgigen Tag vor.

Nächster Eintrag: Auf dem L1 nach Brescia: Kreuzeckhaus – Reintalangerhütte (Alpen 2)

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Kategorie BLOG, REISEN

Nach einem langen Trip durch Asien begann ich in 2014 diesen Blog zu schreiben. Ich liebe das asiatische Essen und reise immer noch regelmäßig durch Asien. Auf diesem Blog teile ich meine Erfahrungen, Bilder und meine eigenen Rezepte mit Euch.

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