Bagan – Licht und Schatten (SOA 42)

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Timing ist alles. Als unser Nachtbus uns heute um 3 Uhr(!!!) am Busbahnhof in Nyaung U absetzte hingen uns nach 10 Sekunden schon die ganzen „Anpreiser“ am Rockzipfel (stimmte sogar, hatte meinen Longhi an). Also hieß es mal wieder abwimmeln und ab auf die Straße in Richtung Dorfzentrum. Natürlich waren alle Gasthäuser um diese Zeit noch geschlossen doch zum Glück hatte ein kleiners Lokal geöffnet in dem auf 2 Fernsehern Serie A und Spanische Liga liefen. Also gab es dort für 1 1/2 Stunden ein kleines Frühstück und eine Menge Tee. Danach klapperten wir diverse Hotels und Gasthäuser ab bis wir schließlich am Ende der Straße ein kleines, sauberes und günstiges fanden.

Licht
Es war 5 Uhr, wir orderten ein Taxi mit Pritsche bis zum Mittag und ließen uns zu den Tempeln in Alt-Bagan fahren. Das Highlight war ganz klar der Sonnenaufgang auf einem der Tempel, wobei man die ganze Tempelebene von Bagan überblicken konnte. Die Bilder bringen mal wieder nicht ansatzweise die Schönheit dieses Augenblicks rüber. Kurz ärgerte ich mich natürlich dass ich meine Spiegelreflexkamera aus Platz- und Gewichtsgründen zuhause gelassen hatte. Doch der Moment an sich war so perfekt das man ihn ohnehin mit keiner Kamera der Welt festhalten konnte.

Nachdem wir den Sonnenaufgang für einige Zeit genossen hatten ging es mit unserem Fahrer zu den bekanntesten Tempeln in Alt-Bagan. Es ging zum Uplain Thain, zum Htilominlo Phato, dem Ananda Phato, zum Schwegugyi, zum Thatbyinnyu Pahto und einigen mehr. Eine Aufzählung der vielen Tempel würde mehrere Seiten füllen.

Schatten
Natürlich war mir klar das Bagan der am meisten besuchte Ort in Myanmar ist. Dennoch war er es erschreckend zu sehen wie der Tourismus und der damit automatisch aufkommende Kapitalismus einige der freundlichen Burmesen zu kalten und ausdruckslosen Menschen mit Dollarzeichen in den Augen werden lässt. An jedem größeren Tempel warten Scharen von Leuten auf dich die dir Bilder, Postkarten oder Töpfereien verkaufen wollen. Ein einfaches „No thanks“ reicht nicht aus… Von allen Menschen die ich bisher in Myanmar getroffen habe sind die Verkäufer von Bagan die unmenschlichsten. Sie sind der traurige Beweis wie der Kapitalismus ein einfaches Volk in Zahnräder der Gesellschaft verwandeln kann. Die Leute vergessen ihre Identität, alles was noch zählt ist das Geld.

Trotz diesem negativen Touch bleibt dieser Ort zurecht der am meisten besuchte in Myanmar. Wenn man einen Tempel gefunden hat an dem keine Verkäuferscharen warten dann kann man die Atmosphäre dieser einmaligen Gegend aufsaugen und auch genießen. Denn es ist nach wie vor unvorstellbar wie die Könige von einst innerhalb von 230 Jahren die 4000 buddhistischen Tempel auf einer Fläche von 41 qkm errichten ließen. Die meisten Tempel sind bis zu 2000 Jahre alt und man kann sich nur schwer vorstellen wie die sie damals in Handarbeit errichtet wurden.
Morgen geht es erneut mit dem Fahrrad auf Sightseeing Tour, diesmal nach Neu-Bagan. Es warten noch viele, richtig geraten: Tempel auf uns.

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2 Kommentare

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